Gesprächstherapie

"Therapie ist Erlebnis. Und Erlebnis findet jetzt statt, nicht gestern oder morgen, sondern gerade in diesem Moment. Je mehr Bewusstheit wir für uns im Augenblick entwickeln, umso mehr sind wir bei uns, im Kontakt mit dem, was wir fühlen, wünschen und denken. Je mehr wir annehmen, was ist, indem wir akzeptieren, was wir fühlen, wünschen und denken, umso selbstbewusster werden wir."

Meine Form der Gesprächstherapie basiert auf der von Carl Rogers und der Gestalttherapie nach Fritz und Laura Perls sowie Erving und Miriam Polster. In der Gesprächstherapie nach Carl Rogers geht es um die „unbedingte Annahme und Akzeptanz des Klienten“ wobei der Therapeut stets auf Augenhöhe mit dem Klienten arbeitet.

Gestalttherapie – was ist das überhaupt? Es gibt selbstverständlich ganz ausgezeichnete und ausführliche Literatur von den beiden besten Gestalt-Therapeutenpaaren Perls und Polster, die aber den Rahmen einer Webseite sprengen würde. Daher versuche ich die Gestalttherapie so „kompakt“ wie möglich zu beschreiben:

Gestalt = Körper mit im Dunkel liegenden Anteilen

Wie Erving Polster in einem wunderbaren Interview erklärt, bedeutet sie „ganz sein“ oder „Ganzheit“. Wir alle bestehen aus vielen bewussten und unbewussten Teilen unserer Persönlichkeit. Die uns nicht bewussten Anteile enthalten schmerzliche Erfahrungen, die wir verdrängen, um uns erst einmal zu schützen. Sie liegen also im Dunkeln und entwickeln ein „Eigenleben“. So verstehen wir nicht, warum wir das Gefühl haben „festzustecken“ und warum der „Flow unseres Lebens“ gestört ist.

In der Gestalttherapie lernen wir, die im Dunkel liegenden schmerzlichen Anteile ans Licht zu bringen, sie anzuschauen, zu akzeptieren und in unser Leben zu integrieren. So werden wir zu einer „heilen und ganzen“ Persönlichkeit. Unser Leben kann wieder fließen und zwar dahin, wohin wir es haben wollen!

Ich möchte noch den englischen Begriff „unfinished businesses“ ergänzen. Es gibt also noch etwas zu tun, etwas zu vollenden.

Auch der Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Klienten kommt in der Gestalttherapie eine besondere Bedeutung zu. Ich darf dazu noch einmal auf das schöne Zitat von Kurt Goldstein oben hinweisen.

Als Therapeutin ist es meine unbedingte Aufgabe zusammen mit dem Klienten eine wohltuende und vertrauensvolle Atmosphäre herzustellen, die von Achtsamkeit, Sorgsamkeit und Sensibilität geprägt ist.  Nur so öffnet sich ein Raum, der im „jetzt“ wirksam wird und der es erlaubt, eine andere Zeitqualität entstehen zu lassen, in der die verborgenen Inhalte in Ruhe ans Licht kommen dürfen.

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